Hochzeitscheckliste Schweiz: Der Zeitplan von 12 Monaten bis zum Tag danach
Die komplette Hochzeitscheckliste für die Schweiz – vom Zivilstandsamt über Budget und Dienstleister bis zum Tag danach. Als Zeitplan über zwölf Monate und als PDF zum Ausdrucken.
Eine Hochzeit zu planen heisst, ein paar hundert Entscheidungen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Die meisten Listen aus dem Netz stammen aus Deutschland oder den USA – und lassen ausgerechnet das weg, was in der Schweiz anders läuft: das Ehevorbereitungsverfahren beim Zivilstandsamt, die Trauzeugen bei der Ziviltrauung, die Fristen. Diese Checkliste ist für die Schweiz geschrieben. Ich habe sie als Hochzeitsfotograf aus Thun zusammengestellt, aus dem, was ich bei Paaren immer wieder sehe: was gut läuft, wenn es früh erledigt ist – und was Stress macht, wenn nicht.
Du kannst die Liste hier lesen, als PDF herunterladen und ausdrucken – oder die Punkte direkt in den mfrports Planer übernehmen und im Team verteilen. Wie das geht, steht am Schluss.
Hochzeitscheckliste als PDF herunterladen (A4, zum Ausdrucken und Abhaken)
Zuerst das Zivilstandsamt
In der Schweiz ist die Ziviltrauung die rechtlich gültige Heirat; eine kirchliche oder freie Zeremonie kommt immer danach oder am gleichen Tag. Der Weg dorthin heisst Ehevorbereitungsverfahren: Ihr reicht beim Zivilstandsamt eures Wohnorts das Gesuch ein, es prüft die Unterlagen und stellt die Trauungsermächtigung aus. Die ist drei Monate gültig – in dieser Zeit muss die Trauung stattfinden, und zwar in einem Zivilstandsamt eurer Wahl in der Schweiz.
Was ihr braucht, hängt von Nationalität und Zivilstand ab. Schweizerinnen und Schweizer brauchen in der Regel Pass oder ID und eine Wohnsitzbescheinigung; wer aus dem Ausland stammt, zusätzlich Geburtsurkunde, Zivilstandsnachweis und je nach Land beglaubigte Übersetzungen – das dauert. Fragt darum früh beim Zivilstandsamt nach der genauen Liste. Beliebte Trauungstermine sind Monate im Voraus vergeben: Termin reservieren, sobald das Datum steht, und das Verfahren rund drei bis vier Monate vor der Hochzeit starten. Für die Ziviltrauung braucht ihr zwei volljährige Trauzeugen.
Die Checkliste als Zeitplan
12 Monate und mehr vorher
- Datum festlegen – mit einem Ausweichtermin – und die Saison bewusst wählen
- Budget-Rahmen setzen und klären, wer was beisteuert
- Grobe Gästezahl schätzen: Sie bestimmt Location und Budget
- Stil und Art der Feier klären: gross oder klein, zivil, kirchlich, frei
- Location für Fest und Zeremonie besichtigen und reservieren
- Termin beim Zivilstandsamt anfragen und die Liste der Unterlagen holen
- Hochzeitsfotografin oder -fotograf und Videograf anfragen – gute sind ein Jahr im Voraus ausgebucht
- Trauzeugen fragen und das Trauzeugen-Team zusammenstellen
- Entscheiden, ob ein Wedding Planner dabei sein soll
9 bis 12 Monate vorher
- Catering oder Restaurant fixieren und die Menü-Richtung besprechen
- Musik buchen: DJ oder Band
- Save-the-Date verschicken, vor allem an Gäste aus dem Ausland
- Hochzeitskleid und Anzug: Beratungstermine – Änderungen brauchen Monate
- Zeremonie planen: Pfarrperson, Zeremonienleitung oder freie Rednerin anfragen
- Hotelkontingent für auswärtige Gäste reservieren
- Hochzeitswebsite oder Info-Blatt aufsetzen
6 bis 9 Monate vorher
- Floristik, Dekoration und den Stil der Papeterie festlegen
- Torte oder Dessertbuffet bestellen
- Trauringe aussuchen – Gravur einplanen
- Hochzeitsreise buchen und Pässe prüfen
- Transport für Paar und Gäste organisieren: Shuttle, Oldtimer, Schiff
- Einladungen gestalten und drucken lassen
- Probeessen mit dem Catering vereinbaren
3 bis 6 Monate vorher
- Ehevorbereitungsverfahren beim Zivilstandsamt starten – die Trauungsermächtigung ist 3 Monate gültig
- Einladungen verschicken, Antwortfrist 6 bis 8 Wochen vor der Hochzeit
- Probetermin für Haare und Make-up buchen
- Tanzkurs besuchen oder den Eröffnungstanz üben
- Gastgeschenke und Geschenke für das Trauzeugen-Team besorgen
- Ablauf des Tages mit Fotografin und Location durchsprechen – das Paarshooting ins Abendlicht legen
- Kinderbetreuung fürs Fest klären
- Namensführung und allenfalls Ehevertrag entscheiden, bei Bedarf mit Notariat
1 bis 3 Monate vorher
- Tischordnung erstellen, Menükarten und Sitzplan drucken
- Reden, Musikwünsche und Programmpunkte beim Trauzeugen-Team einsammeln
- Zeitplan des Tages finalisieren und an alle Dienstleister schicken
- Endanprobe Kleid und Anzug, Schuhe einlaufen
- Endgültige Gästezahl an Catering und Location melden
- Ziviltrauung: Termin, Trauzeugen und Ausweise nochmals bestätigen
- Notfallkoffer packen: Nähzeug, Pflaster, Schmerzmittel, Ladegerät
- Trinkgelder und Barzahlungen in Couverts vorbereiten
Die letzte Woche
- Alle Dienstleister kurz anrufen: Zeit, Ort, Ansprechperson
- Ringe, Ausweise, Ringkissen und Gelübde einpacken
- Aufgaben am Hochzeitstag delegieren – ihr selbst habt keine
- Ausschlafen. Wirklich.
Der Hochzeitstag
- Frühstücken und Wasser trinken – der Tag wird lang
- Getting Ready mit Zeitpuffer; die Fotografin kommt zum Ende der Vorbereitung dazu
- Handy abgeben: Ansprechperson für Dienstleister ist das Trauzeugen-Team
- Zwanzig Minuten zu zweit einplanen – am besten im Abendlicht
Der Tag danach
- Brunch mit den engsten Gästen – optional, aber schön
- Geliehenes zurückgeben, Dekoration abholen
- Namensänderung: Ausweise, Bank, Versicherungen und Arbeitgeber informieren
- Dankeskarten verschicken, sobald die Fotos da sind
- Dienstleister bewerten – sie leben von Empfehlungen
Budget: die grossen Blöcke
Konkrete Zahlen hängen von Gästezahl und Anspruch ab; verlässlicher ist die Verteilung. Location und Essen inklusive Getränke sind fast immer der grösste Block und liegen oft bei rund der Hälfte des Budgets. Dann folgen Fotografie und Film, Kleidung und Ringe, Musik, Dekoration und Blumen, Papeterie und Gastgeschenke. Plant zehn Prozent Reserve ein – irgendetwas kommt immer dazu. Und legt früh fest, was euch am wichtigsten ist: Dort darf das Budget grosszügig sein, an den anderen Stellen bewusst nicht.
So wird aus der Liste ein Plan
Eine Liste auf Papier ist ein guter Anfang, aber sie kennt keine Verantwortlichen und keine Erinnerungen. Genau dafür habe ich den mfrports Planer gebaut: ein gemeinsames Board für Paar, Trauzeugen und Familie. Für Hochzeiten hat es die vier Spalten Vorbereitung, Vorbereitungstag, Hochzeitstag und Tag danach – dieselbe Logik wie diese Checkliste.
Legt jeden Punkt oben als Aufgabe an, gebt ihm eine Frist und eine verantwortliche Person, hängt Offerten und Verträge direkt an und kommentiert dort, statt WhatsApp-Gruppen zu durchsuchen. Erinnerungen kommen per E-Mail. Den Planer kostenlos testen – das Board ist in fünf Minuten eingerichtet.
Hochzeitscheckliste als PDF herunterladen (A4, zum Ausdrucken und Abhaken)
Und wenn ihr noch keine Hochzeitsfotografin oder keinen Hochzeitsfotografen habt: Ich fotografiere Hochzeiten in Thun, Bern und im ganzen Berner Oberland – hier sind die Pakete, und im Guide für entspannte Hochzeitsfotos steht, wie der Tag fotografisch am besten läuft.


